Kinderbeförderung - Kindersitze - Kindersicherung

Was sagt das Gesetz ?

DAS WICHTIGSTE

Seit 1.1.1994 ist in Österreich gesetzlich geregelt, das Kinder im Auto mit speziellen Kinderrückhaltesystemeeinrichtungen (ugs. Kindersitze) gesichert werden müssen.

Seit 1.1.1998 hat in Österreich jedes Kind Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz.

Seit 1.1. 2001 dürfen keine Kindersitze verkauft werden die nicht mindestens dem Standard ECE 44/03 entsprechen. Dieses Feilbietungsverbot gilt auch für private Verkäufe, z.B. via Internet.

Seit 1.Juli 2005 werden KraftwagenlenkerInnen bei Mißachtung der Sicherungspflicht für Kinder auch im Führerscheinregister vorgemerkt werden. Bei 3 Vormerkungen innerhalb von 3 Jahren wird die Lenkberechtigung für 3 Monate entzogen.

Mit 1.1. 2006 wurden die Bestimmungen zur Kinderbeförderung neu gestaltet und weiter vereinfacht.

Ab 1.1.2007 dürfen im Auto nur mehr Kindersitze verwendet werden die mindestens der Regelung ECE 44/03 entsprechen.

Eigentlich ist es bedenklich, dass es eines eigenen Gesetzes bedarf um einige unbelehrbare Eltern zu zwingen ihre eigenen Kinder zu schützen.

Die gesetzliche Verpflichtung, Kinder im Auto besonders zu schützen stellt lediglich eine Mindestanforderung dar.

 
ÜBERBLICK - In Österreich gilt generell:
Kinder unter 14 Jahren, die kleiner als 150 cm sind müssen auf Fahrzeugsitzen die mit Gurten ausgestattet sind mit geeigneten Kinderrückhaltesystemen (KRS) gesichert werden. Geeignete KRS sind nach dem Gesetz solche die mindestens nach der Regelung ECE 44 in der Version 03 (44/03) geprüft und zugelassen sind. Anm.: Kindersitze die nach anderen Normen zugelassen sind (z.B. nach dem amerikanischen Standard FVSS213) dürfen in Österreich NICHT verwendet werden
Kinder unter 14 Jahren, die 150 cm oder größer sind müssen die vorhandenen Erwachsenengurte bestimmungsgemäß gebrauchen.
Auf Sitzplätzen ohne Gurt dürfen Kinder unter 3 Jahren nicht transportiert werden (ausgenommen Omnibusse), Kinder über 3 und unter 14 Jahren dürfen dann nicht in der ersten Sitzreihe befördert werden.
Verantwortlich für die Einhaltung der Kindersicherungspflicht ist in der Regel immer der Lenker/die Lenkerin des Kraftfahrzeuges. Mitfahrer über dem 14. Lebensjahr sind je für sich für die Verwendung des Sicherheitsgurtes verantwortlich und auch strafbar.

Strafen:

In der Regel muss der Polizist bei Nichtsicherung aber auch die grob fehlerhafte Sicherung eines oder mehrerer Kinder eine Anzeige erstatten (Strafrahmen bis EUR 5.000,-- ). Ein Organmandat ist nur bei ganz geringen Sicherungsfehlern möglich.
Seit 1. Juli 2005 wird die Nichtbeachtung der Sicherungspflichten von Kindern zusätzlich zur Verwaltungsstrafe mit einer Vormerkung im Führerscheinregister geahndet. Bei der zweiten Vormerkung ist die Teilnahme an einer Nachschulung verpflichtend. Bei der dritten Übertretung wird die Fahrerlaubnis für die Dauer von 3 Monaten entzogen
.
Die Bestimmungen zur Kinderbeförderung finden sich im Kraftfahrgesetz (KFG) § 106.

Details:
Besondere Bestimmungen für alle Kraftwagen (ausgenommen Omnibusse), unter anderem also für alle PKW, LKW, Spezialkraftwagen wie Wohnmobile, oder auch Kleinbusse (9-Sitzer) zum Schülertransport.

Jedes Kind hat Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz im Auto. Die Mitnahme von Kindern auf der Schoß eines Erwachsenen, im Kofferraum oder im Fahrzeug stehend ist daher nicht zulässig

Ausnahmen:

Bei besonderer Verkehrslage (z.B. Stau)
Bei körperlicher Beeinträchtigung eines Kindes welche einen bestimmungsgemäßen Gebrauch eines Kindersitzes nicht ermöglicht (behördliche Feststellung durch einen Amtsarzt)

folgende besondere Lenker sind ausgenommen:

Einsatzfahrzeuge
Krankentransportfahrzeuge
Taxis

Hinweis: Es handelt sich hier nur um österreichisches Recht. Im Ausland gelten teilweise andere Bestimmungen!

 

HÄUFIGE FRAGEN ZUR KINDERSICHERUNG
Was ist mit Kindern die noch nicht 14 Jahre aber schon über 150 cm groß sind?

Diese müssen die vorhandenen Fahrzeuggurte benutzen. Der Lenker ist in diesem Fall für die Einhaltung der Gurtnutzung verantwortlich
 
Was ist mit Kindern die schon älter als 14 Jahre aber noch nicht 150 groß sind?

Diese Kinder müssen weiterhin den Kindersitz (Sitzkissen) verwenden, sofern das vom Körperumfang her möglich ist. Ansonsten wird in den allermeisten Fällen die Verwendung des Erwachsenendreipunktgurtes zumutbar sein.
 
Was ist bei einem Notfall ?

Bei einem echten (medizinischen) Notfall ist der rasche Transport des Kindes sicher wichtiger als die korrekte Sicherung.
Was ist beim Mitfahren in anderen (fremden) Autos ? Auch in anderen als dem Familienfahrzeug müssen Kinder immer korrekt gesichert werden. Keine Ausnahmen von der Sicherungspflicht gibt es demnach bei privaten Sammelfahrten zu Kindergarten oder Schule, Fahrten zu Sportveranstaltungen oder beim ausnahmsweisen Mitfahren bei Oma und Opa.

www.airportservice.at